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Intensivpädagogische Maßnahmen
im In- und Ausland

1. Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von ca. 12 –18 Jahren, die:

  • sich aufgrund ihrer Sozialisationserlebnisse in Krisensituationen befinden
  • in massive Krisen innerhalb ihres familiären oder sonstigen Bezugssystems geraten sind
  • Probleme beim Umgang mit Suchtmitteln haben
  • schulische und berufliche Bildungssysteme nicht annehmen
  • sich nicht in andere Angebote der Jugendhilfe integrieren können
  • Störungen in der Beziehungsfähigkeit haben
  • durch ihre Problematik im Sozialverhalten auffallen
  • sich in Entwicklungskrisen befinden
  • durch selbst- und fremdgefährdende Verhaltensmuster auffallen

Eine Aufnahme ist nicht möglich:

  • wenn eine Abhängigkeit von harten Drogen vorliegt (Möglich ist eine Begleitung vor und während des Entzugs, in Verbindung mit einer nachfolgenden Maßnahme)
  • bei stationär zu behandelnden psychischen Erkrankungen
  • bei häufig aufgetretenen Körperverletzungsdelikten

In Einzelfällen kann eine intensivpädagogische Maßnahme auch für junge Erwachsene angeboten werden.

2. Zielsetzung

Inhalt und Zielsetzung der Leistungen richten sich nach den individuellen Fähigkeiten und den räumlichen sowie methodischen Möglichkeiten der Projektleitung. Die Leistungen beinhalten folgende Aufgaben:

  • Aufbau von tragfähigen und ehrlichen Beziehungen
  • Bereitstellung eines Settings (Umfelds) mit emotionaler Stabilität und Unterstützung beim Beziehungsaufbau
  • Entwicklung eines sicheren und leistbaren Lebensraums, der den individuellen Belastungen und Bedürfnissen des jungen Menschen gerecht wird
  • Schaffung von Distanz zu den bisherigen, meist negativ geprägten Lebensräumen
  • Einschränkung üblicher Gefahrensituationen
  • Möglichkeit, eine Zeit ohne Stigmatisierung zu erfahren
  • Aufarbeitung von Krisensituationen und Beziehungsstrukturen innerhalb der Familie und anderer Bezugssysteme
  • Sexualerziehung und Beratung bei partnerschaftlichen Fragestellungen
  • Hinterfragen eigener Verhaltens- und Beziehungsmuster sowie das Erleben anderer Muster
  • das Erfahren von gegenseitiger Wertschätzung
  • Erleben von Regeln, Normen und Werten in einem neuen Lebenszusammenhang
  • Aktivierung der vorhandenen Ressourcen des jungen Menschen
  • Entwicklung neuer Fähigkeiten und Aufbau sozialer Kompetenzen
  • Selbsterkennen von Krisensituationen und deren Bewältigung
  • Stärkung der Reflexionsfähigkeit
  • Ermöglichung von Selbstwirksamkeitserfahrungen
  • Förderung der schulischen und beruflichen Entwicklung
  • Unterstützung bei der Erarbeitung einer Lebens- und Zukunftsperspektive
  • Erkennen von Chancen und Grenzen
  • Übernahme und selbständige Durchführung von Aufgaben
  • Angebote im sportlichen, handwerklichen oder künstlerischen Bereich

3. Pädagogische Prinzipien

3.1. Individuell und flexibel

Jeder Mensch ist individuell verschieden – ebenso die Konzeptmodelle. Die Leistungen werden gemeinsam mit dem jungen Menschen entwickelt und berücksichtigen seine Interessen, Motive, Bedürfnisse und Fähigkeiten.

3.2. Beziehungsorientiert

Die Beziehungssituation und ihre Qualität sind wesentliche Bestandteile der intensivpädagogischen Maßnahme. Beziehungsorientiert bedeutet in diesem Fall: den Wert einer Beziehung erkennen. Der junge Mensch soll verlässliche und tragfähige Beziehungen erfahren, die durch Vertrauen, Wertschätzung und gegenseitige Rücksichtnahme geprägt sind. Der Fokus liegt dabei auf engen Beziehungen zu relativ wenigen Personen, mit denen viele Lebensbereiche geteilt werden.

3.3. Erlebnis - Handlungsorientiert

Die Möglichkeit des „Learning by doing“ liefert einen wichtigen Rahmen für Selbstwirksamkeitserfahrungen. Erlebnispädagogische, handwerkliche sowie gestalterische Projektangebote geben dem jungen Menschen die Möglichkeit,

das eigene Potenzial zu entdecken. Neue Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen „erlebt“ werden.

3.4. Projekt - und Zielorientiert

Das Projekt bietet eine neue Lebenswelt für den jungen Menschen. Die Integration in diese neue Lebenswelt, mit ihren eigenen Werten, Regeln, Aufgaben und die damit verbundene individuelle Übernahme von Verantwortung, stellt ein überprüfbares Entwicklungs - und Lernumfeld dar. Das ermöglicht ein zielgerichtetes Arbeiten mit der erforderlichen Transparenz. Die Zielformulierung orientiert sich dabei an dem jeweiligen aktuellen Entwicklungsstand des jungen Menschen.

3.5. Ganzheitlich

Eine Förderung und Unterstützung des jungen Menschen erfolgt nicht nur hinsichtlich seiner individuellen Problematik, sondern beinhaltet eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Diese berücksichtigt folgende Dimensionen: emotional-affektive, sozial-kommunikative, kognitiv-rationale, ethisch-wertende, psycho-motorische und biologisch-vitale.

4. Rechtlich

Die hier vorgestellte Leistungsbeschreibung ergänzt das bereits bestehende Leistungsangebot der St.Josef gGmbH. Bei den intensivpädagogischen Maßnahmen der St. Josef gGmbH handelt es sich um Leistungen gem. § 27 KJHG in Verbindung mit §34 KJHG, § 35 KJHG, § 35a KJHG und gegebenenfalls gem. § 41 KJHG. Die projekt- und zielorientierte Arbeit erfolgt nach dem Hilfeplanverfahren gemäß § 36 KJHG.